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Bodenarbeit - Was ist damit gemeint?

"Bodenarbeit ist nur für solche die nicht Reiten wollen / können" - "Mit Bodenarbeit kann ich mein Pferd nicht auslasten"

Wie oft bekomme ich diese Sätze zu hören. Die meisten machen sich kaum Gedanken um die Arbeit am Boden mit Ihren Tieren. 

Doch genau diese Arbeit gehört meiner Meinung nach zum Meilenstein einer Grundausbildung. Hier spielt es auch gar keine Rolle ob es sich um ein Sportpferd, ein Kaltblüter oder ein Pony handelt. Jedes hat das Anrecht auf eine gute Grundausbildung und auf einen Menschen an seiner Seite, welcher einen fairen und vertrauten Umgang pflegt. Gute Bodenarbeit ist anspruchsvoll und erfordert mindestens so viel Erfahrung und Geschick wie das Reiten an sich.

 

Bodenarbeit ist gemeinsames Training auf Augenhöhe. Es fördert das Vertrauen und die Bindung. Es bringt Abwechslung in euer Training und es verfeinert die Kommunikation. Bodenarbeit kann dein Pferd gelassener, vertrauensvoller und motivierter machen. Entspannt kannst du ihm alles vom Boden aus erklären, bevor du es im Sattel trainierst. Das erleichtert dir neue Trainingsaufgaben, weil dein Pferd so die bereits gelernte Kommunikation versteht.

Pferde sind Profis im Bereich Körpersprache. Egal was wir fühlen, wir strahlen es mit unserem Körper aus – das hilft dir dabei eine feinere Verbindung und eine schönere Partnerschaft mit deinem Pferd aufzubauen. 

Auf dem Rücken der Pferde funktioniert das deutlich schlechter. Aus diesem Grund ist der Boden der beste Ort um die Beziehung zum Pferd aufzubauen oder zu festigen. Bodenarbeit will gelernt sein und ist keines Falles ein "einfacher klacks". Wir sprechen hier nicht vom Longieren in dem wir das Pferd blindlings im Kreis rennen lassen bis es müde wird.  Obwohl dies leider noch oft und häufig praktiziert wird, ist dies alles andere als eine gesunde Art der Bodenarbeit - und schon gar nicht förderlich für eine Beziehung.

 

Du kannst am Boden im Grunde alles machen, was du auch vom Sattel aus machst. Von der Freiarbeit über die Longenarbeit, bis zu Gymnastizierung, Stangentraining, gezielter Muskelaufbau oder Gelassenheitstraining. 

Die Zeit spielt eine große Rolle bei der Arbeit mit dem Pferd, mit "schnell, schnell" mal eben machen, erreicht man nicht viel. Man sollte sich Zeit nehmen und am Anfang in kleinen Schritten arbeiten. Also Step by Step im Teamtraining!

Leider wird auch heute noch viel zu wenig über die Arbeit am Boden vermittelt. Gerade Anfänger haben es schwer. Gehen die Meinungen der Pferdeleute doch weit auseinander. Einen passenden Lehrer in diesem Bereich zu finden ist nicht immer einfach. 

Trainingsformen gibt es viele verschiedene. Für mich gibt es aber kein richtig oder falsch. Jede Art der Bodenarbeit hat seine positiven wie auch negativen Eigenschaften. Ebenfalls passt nicht alles zu jedem Pferd-Mensch Paar. Da ist es wichtig, dass man individuell auf die Bedürfnisse der Paare eingeht. Wir trainieren nur das was beiden Freude bereitet und beide zum gewünschten Ziel bringt.
Eine gute Mischung machts aus.